Die Sattellage – warum sie bei der Anpassung unglaublich wichtig ist…

Immer noch werden 90 % aller Pferde falsch gesattelt. Dies liegt oft mit daran, dass die Sattellage nicht richtig ermittelt wird. Tipps wie „Schau wo die Mähne zuende ist, da fängt die Sattellage an, tragen zum falschen Auflegen des Sattels eher bei, als die Situation zu verbessern.

Und dabei ist die Sattellage zu kennen, der erste Schritt zum passenden Sattel…

Wir selbst haben 3 Pferde im Stall stehen und bei zweien trifft der Mähnen-Tipp nicht zu!Eike Lubetzki - Pferdephysiotherapeutin

Was ist die Sattellage eigentlich?

Ganz einfach ausgedrückt ist die Sattellage ist erst einmal der Bereich auf dem Pferd, in dem der Sattel zum Reiten platziert wird. Sie setzt sich aus 4 verscheidenen Komponenten zusammen auf der die Passform Deines Sattel, aufgrund seiner Bauweise, exakt abgestimmt ist.

Idealer fürs Pferd wäre es zwar den Reiter auf der Kruppe zu tragen, da er hier über der stabilen Hinterhand säße, die sein Gewicht mit Leichtigkeit tragen könnte. Und so wurde es früher auch gemacht. Da war das Pferd aber auch eher ein Zug- und Lasttier als ein Reittier!

`Mal Hand aufs Herz: Könntest Du Dir vorstellen auf der Kruppe sitzend eine Dressurlektion zu reiten, zu springen oder an einer Jagd teil zu nehmen? Nun, unser Vorfahren auch nicht…

Sie waren jetzt nicht so die Dressurreiter, wollten aber gern schneller mit ihren Pferden unterwegs sein, Wendungen und Stopps reiten können, ohne Gefahr zu laufen vom Pferd zu fallen oder „die Kurve nicht zu kriegen“.

Warum sitzt Du in der Sattellage?

Es wurde also nach einem Kompromiss gesucht, mit dem sich unsere Anforderungen ans Reittier Pferd mit seinen Bedürfnissen für freie Bewegungen kombinieren ließen.

Deshalb sitzt Du heute im vorderen Bereich des Rückens und nicht ganz hinten…

UND… Darum können wir es heute auch für unsere Zwecke nutzen, ohne Schaden für das Pferd zu riskieren. (Klar gehört noch ein wenig mehr wie entsprechendes Training etc. dazu – wir schauen ja jetzt nur aus Sicht des Sattlers 🙂 )

Denn.. Sind Du und Dein Sattel richtig positioniert, belastest Du die wichtigen beweglichen Anteile des Pferderückens so wenig wie möglich, sodass das natürliche Bewegungsmaß erhalten bleibt. Andererseits kannst Du eben am besten auf Dein Pferd einwirken.

Was macht diese Position für den Sattel ideal?

Hast Du schon einmal gehört: Das Pferd ist nicht zum Reiten gemacht!

Das stimmt leider, denn wenn Du Dir Dein Pferd einmal ganz sachlich anschaust, siehst Du eine Tonne, die zwischen 4 Säulen aufgehängt wurde.

Seine Konstruktionsweise bringt Deinem Pferd für das „normale“ Leben als Steppen- und Fluchttier große Vorteile. Es kann stundenlang fressen ohne muskulär zu ermüden, kann so bei Gefahr schnell durchstarten und hat eine hervorragende Stoßdämpfung, um über Stock und Stein zu gehen, ohne sich zu verletzen.

Reiten ist das Zwiegespräch zweier Körper und zweier Seelen, das dahin zielt den Einklang zwischen ihnen herzustellenWaldemar Seuning
Doch sehen wir uns Dein Pferd als Reittier an, sieht es anders aus!

Da sehen wir, dass die Vorhand, im Vergleich zur stark bemuskelten, stabilen Hinterhand, eher schwach ist, obwohl dort das größte Gewicht getragen wird. Und trotzdem sitzt der Reiter näher an der Vorhand als an der Hinterhand. Wir sehen auch, dass zwischen Vor- und Hinterhand eine große Tonne gefüllt mit wichtigen Organen hängt, die die Wirbelsäule nach unten ziehen und sie extrem belasten. Zusätzliches Reitergewicht wäre also eher hinderlich und belastend.

Warum also – um alles in der Welt – setzen wir uns auf diesen Bereich auch noch drauf?

  • Weil wir hier praktischer Weise durch die Rippen gestütz werden und so keine Organe oder ähnliches verletzen können.
  • Weil wir, bei richtiger Vorbereitung, den Mechanismus des Nacken- und Rückenbandes nutzen können, um dem Pferd zu ermöglichen das zusätzliche Gewicht zu tragen.
  • Weil wir an dieser Stelle eine Sitzvorrichtung (im besten Fall ein Sattel) für den Reiter aufgelegen können, der ihm Halt gibt, ihm einen guten Sitz gibt und sein Gewicht großflächiger auf die Muskeln verteilt, damit diese ihre Arbeit als Bewegungsmuskeln noch ausführen können.

Und was hat die richtige Sattellage jetzt mit Passform zu tun?

Wie wir eben festgestellt haben, muss dein Sattel an der richtigen Stelle – der Sattellage – liegen, wenn Du Dein Pferd reiten möchtest. Weil…

  • sich Dein Pferd, nur wenn Du dort sitzt, optimal bewegen kann und
  • Du ihm nur dort in der besten Weise die nötigen Hilfen geben kannst,

… damit ihr beide beim Reiten auch wirklich Spaß habt.

Und dein Sattel ist, durch seine Bauweise, absolut auf die Sattellage Deines Pferde abgestimmt. Im Idealfall formt Dein Pferd nach und macht Dir und Deinem Pferd das Leben deutlich leichter.

Ich war echt erstaunt. Kaum habe ich den Sattel richtig aufgelegt sah er passform-technisch ganz anders aus.Maya und Lanzelot
Weicht die Platzierung des Sattels jedoch auch nur ein wenig von der richtigen Position ab, bekommt Dein Pferd Bewegungsprobleme, Dein Sitzt wird instabiler UND der Sattel verursacht Satteldruck! Diese Passform-Probleme nennen wir künstlich, da sie nichts mit der Formgebung des Sattel in Bezug zur Sattellage zu haben.

Trotz allem kann es natürlich sein, dass Dein Sattel das Rückenprofil Deines Pferdes trotz guter Lage nicht nachformt. Dein Sattel passt dann wirklich nicht!

Was solltest Du tun?

Stelle immer sicher, dass Du Deinen Sattel korrekt auflegst, um künstlichen Satteldruck zu vermeiden.

Auch um heraus zufinden, ob es sich bei Deinen Problemen um künstliche oder wirkliche Passform-Probleme handelt und um diese dann korrekt beheben zu können, musst Du erst sicher stellen, dass Du Deinen Sattel an der richtigen Stelle auflegst!

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Zusammenfassung:

1. Der Sattel muss an der richtigen Stelle liegen, um sein Aufgabe, Dein Pferd zu entlasten und Dir einen sicheren, korrekten Sitz zu geben, erfüllen zu können.

2. Durch falsches Auflegen des Sattels entsteht künstliche Passform-Fehler, die sich durch Bewegungs-, Rittigkeits- und Sitzproblemen äußern.

3. Um die Passform und evtl. Passform-Fehler beurteilen und beheben zu können, muss der Sattel an der zu seiner Bauweise passenden Stelle liegen – nämlich in der Sattellage des Pferdes.


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